Der Harzklub Seesen besichtigte die Schlosskirche St.Mariä Verkündigung beim Liebenburger Barockschloss.
Am vergangenen Donnerstag unternahmen die Seesener Seniorenwanderer vom Harzklub Zweigverein Seesen eine Tour nach Liebenburg. Das heutige Barockschloss und die Kirche wurden 1754 auf den abgetragenen Resten der zerstörten Burganlage der Levenborch von Fürstbischoff Clemens August errichtet und wird von der Familie Winner seit 1974 bewohnt und erhalten.
Die ursprüngliche Burganlage Levenborch wurde 1292 von Bischof Siegfried dem II. von Hildesheim auf den Ausläufern des Salzgitterschen Höhenzuges der Levenborch erbaut. Sie war mit 7 Türmen seinerzeit die stärkste Burg im Harzvorland. Verschiedene Rittergeschlechter weilten in der Burg und sie war auch Hauptquartier im 30jährigen Krieg von Feldherr Wallenstein. 1664 wurde im Burginnern die katholische Kirche fertiggestellt. Durch viele kriegerische Ereignisse wurde die Burg Levenborch mit damaliger Kirche zerstört. Lediglich 3 ehemalige Wehrtürme,der Schulturm,der Flankierungsturm und der Hausmannsturm sind noch heute erhalten und die konnten wir uns anschauen. Den Hausmannsturm kann man über eine Wendeltreppe besteigen und man hat einen wunderbaren Ausblick ins Harzvorland mit Blick auf den Brocken.
Anschließend besichtigten wir die Kirche St. Mariä Verkündigung und bekamen von Professor Winner und seiner Ehefrau einen Einblick in die Geschichte dieser Kirche. Die Saalkirche hat einen geraden Chorabschluss und besitzt eine dreiseitige, von Sandsteinsäulen getragene Empore. Die 15,50 Meter lange und 7,20 Meter breite Flachdecke wird von den hölzernen Doppelsäulen der Empore getragen. Hervorzuheben ist das Deckenfresco von Joseph Gregori Winck. Er malte 2 Jahre an diesem mit ca.110 Quadratmeter Fläche größten barocken Deckengemälde Niedersachsens. Die Fresco-Secco Malerei zeigt zehn Episoden aus dem Leben des Heiligen Clemens Romanus.
Die Familie Winner hat zusammen mit dem Liebenburger Verein zur Rettung der Burgdenkmäler und einigen Institutionen einen maßgeblichen Anteil am Erhalt der noch bestehenden Resten der Burganlage und dem Schloss mit Schlosskirche.
Professor Winner zeigte uns noch einige Skulpturen, die im Schlosspark aufgestellt sind und teilweise von ihm entworfen worden. Sie gehören zum Skulpturenpark Burgberg Liebenburg und sind in die internationale Straße des Friedens, die sich von Paris bis Moskau erstreckt, mit aufgenommen worden.
Den Tag rundete ein gemütliches Kaffetrinken im Waldcafé Hüttenzauber ab.